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Musterhaus cottbus schröter

Tatsächlich war truus Schröder der Blick aus dem Haus so wichtig, dass sie, als das gegenüberliegende Grundstück Anfang der 1930er Jahre für die Bebauung freigegeben wurde, es sofort kaufte. Sie wollte keine Chance auf das nehmen, was sie aus ihrem Fenster sah. Rietveld und Schröder entwarfen zwei Wohnblöcke, um das spätere Erasmuslaan zu besetzen. Als in den 1960er Jahren eine vierspurige Autobahn und ein Viadukt über den vorderen Rasen gebaut wurden, sagte Rietveld, dass das Haus genauso gut abgerissen werden könnte, da das, was Innen- und Außenanlagen verband, zerstört worden sei. 1924 beauftragte Truus Schröder den bekannten Utrechter Möbeldesigner Gerrit Rietveld, ein neues Haus für sie zu entwerfen. Als kürzlich verwitwete Mutter von drei Kindern wollte sie eine Wohnung, die ganz auf sie abgestimmt war – und auf ihre unkonventionellen Vorstellungen darüber, was ein Zuhause sein sollte. Nachdem sie in der Vergangenheit mit Rietveld zusammengearbeitet hatte, kannte sie seine Verachtung für die Tradition. Es war ein Match im Himmel gemacht. Man baut nur einmal im Leben, warum dann in Pauschalmodelle zwängen lassen? “In Beratungen finden wir die beste Lösung für individuelle Wünsche. Bei uns soll der Kunde keine Kompromisse haben”, sagt Steffen Kraus-Juckenburg. Rietveld versuchte, das Beste aus dem Raum im und um das Haus zu machen.

Er tat dies, indem er dreidimensionalitäts- und tiefgründige Mittel in alle Facetten des Designs einbaute. Nehmen Sie zum Beispiel diese Lampe. Rietveld kam auch auf die Idee, Holzpaneele als Rollläden für die Fenster zu verwenden. Dies schafft ein Gefühl der friedlichen Sicherheit im Haus. Bis dahin hatte Rietveld vor allem Möbel und Skalenmodelle geschaffen. Sein bekannter rot-blauer Stuhl zum Beispiel wurde um 1919 entworfen. Nie zuvor war er gebeten worden, ein ganzes Haus zu entwerfen. Rietveld bliebe am Haus beteiligt. Schröder gab ihm sogar einen Raum im Erdgeschoss, um es als Studio zu nutzen, wo er an neuen Entwürfen arbeitete.

Nach dem Tod seiner Frau 1957 zog Rietveld bei Schröder ein. Dort lebte er bis zu seinem Tod 1964. Truus Schröder lebte von 1925 bis zu ihrem Tod 1985 in dem Haus. Zunächst mit ihren drei Kindern, später mit Gerrit Rietveld. Ihr Lieblingsplatz im Haus war der erste Stock, wo sie den besten Blick auf die Polderlandschaft hatte und sich fühlte, als wäre ihr ein Gewicht entzogen worden. Weil sie so viel Zeit dort verbrachte, installierte Rietveld eine Sprechröhre, die sie mit Besuchern an der Tür sprechen ließ, ohne nach unten zu gehen. Rietvelds ideales Haus war geräumig, einfach und funktional. Er hat sich dafür alle möglichen cleveren Lösungen ausgedacht. Für Rietveld war Schröders Projekt ein wahr gewordener Traum. Er zog alle Register und probierte neue Ideen aus, die mit De Stijl in Einklang stehen.

Diese Dreidimensionalität manifestiert sich auch in den Fassadenlinien.

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